zwölf zeilen, die erste

zwei schlssel

Kürzlich klemmte der Schlüssel an meiner Haustür, was dazu führte, dass wir endlich mal ins Gespräch kamen. Während ich am glatten metallenen Türknauf abwechselnd zog und drückte und dabei unsanft im Schloss herumstocherte, sprach sie mich an. Normalerweise grüßen wir uns nur kurz, doch ein direktes Gespräch hat sich bisher nicht ergeben, ich habs meistens eilig. Wir leben erst wenige Monat zusammen, meine Haustür und ich. Ich habe sie als selbstverständlichen Bestandteil meines Lebens kaum wahrgenommen. Ich erfuhr, wie genau sie nicht nur meinen morgendlichen Aufbruch und mein abendliches Nachhausekommen registriert. Auch jeden Besucher, jeden hereinflatternden Briefumschlag, sie kennt die täglichen Spaziergänger mit und ohne Hund, viele der vorbeifahrenden und alle parkenden Autos. Es sei nicht leicht, immer dazwischen zu sein, sagte sie dann. Weder zum Inneren des Hauses noch zur Welt der Straße zu gehören. Aber dann fügte sie stolz hinzu: die Familie der Haustüren sei allerdings seit jeher bestens geeignet, Geschichten zu erzählen. Dazu beim nächsten Mal mehr.

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