Rad

Fahrradantrieb

An einem sonnigen Herbsttag, es war ein Sonntag, der erste im November, drehte ich das Rad meiner Geschichte für einige Stunden aus dem Keller. Ehrlicherweise hatte es bis dahin noch keine Zeit, groß Staub anzusammeln, trug seine Kette mit Fassung und freute sich, endlich in Tritt zu kommen. Es liebte das Stöhnen und Ächzen, wenn es bergauf ging, zu schnell eilten ihm die anderen von Ort zu Ort – Energiefresser. Zwei Reifen reichten ihm vollkommen, dazwischen ein wenig Stahl, so wie zu guten alten Zeiten. Der Berg hatte Geduld, zog sich langsam und weitläufig dahin. Oben angekommen, durchatmen, aufrichten, ein erhebendes Gefühl. Es sind diese Momente, die sich erheben aus den vielen, aus meinem Stöhnen und Ächzen, für die es lohnt, das Rad heraufzuholen. Ich mag sonnige Sonntage, so wie jenen heute, im Herbst.

(ein Gastbeitrag von Heinrich C. Cesar)

 

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