heimat – sprachsplitter 3

„Deiner Heimat Erde/ruht an keiner Bergwand aus“  (Else Lasker-Schüler)

Westerhever Leuchtturm - Nordsee

 

Unruhe. Seine Heimat. Meine Heimat. Flüchten. Unterwegs sein.

Nicht weiter können.

Eine Bergwand begrenzt.

An einer Bergwand wird man gebremst. Zum Ausruhen gezwungen. Aber derjenige aus dem Gedicht nicht, er ruht nicht aus, er will weiter.

Meine Heimaterde ruht nicht aus. Das bin ich. Ich ruhe nicht aus, sondern will weiter. Immer weiter. Ich will Berge besteigen, andere Ausblicke haben, mehr wissen, mehr erfahren, mehr gestalten.

Zum Ausruhen gezwungen werden, weil es nicht weiter geht. Nicht schön. Ausruhen ist nur freiwillig schön, nicht weil man muss. Ausruhen braucht Freiheit.

Die Verse hat die Dichterin über Ludwig Hardt geschrieben, einen jüdischen Vortragskünstler und Rezitator ihrer Zeit, sehr bekannt und erfolgreich unterwegs mit Gedichten von Heine, Kafka und vielen anderen. Er musste vor den Nazis fliehen und lebte schließlich in New York..

Wenn man erfährt, dass er ausgerechnet aus Friesland stammt, erschließt sich der Vers nochmal neu.

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