heimat – sprachsplitter 4

„Ich bin am Ziel meines Herzens angelangt / weiter führt kein Strahl“ (Else Lasker-Schüler)

Light
(fotolia)

Ein Vers, der versöhnt klingt.

Versöhnt mit aller Unruhe, mit aller Suche, allem Schmerz, allen Ungewissheiten. Endlich angekommen.

Wer kann das schon sagen?

Wer kann so auf sein Leben schauen?

Wann ist man am „Ziel seines Herzens“ angelangt?

Ich bin versucht, zu erwidern, dass ich doch nicht nur auf mein Herz hören kann. Ich kann mich doch nicht meinen Gefühlen allein hingeben, es muss doch auch gedacht werden und Klarheit geschaffen, und entschieden, damit ich irgendwann da bin, wo ich hinwill.

„Weiter führt kein Strahl“- es scheint Beleuchtung gegeben zu haben auf ihrem Weg, das beruhigt.

Etty Hillesum, die niederländisch-jüdische Lehrerin, deren Tagebuch „Das denkende Herz“ heute noch viele berührt, schrieb: „Mit Denken komme ich ja doch nicht weiter. Denken ist eine schöne und stolze Beschäftigung beim Studieren, aber aus schwierigen Gemütszuständen kann man sich nicht „herausdenken“. Dazu muß man anders vorgehen. Man muß sich passiv verhalten und horchen. Wieder den Kontakt mit einem Stückchen Ewigkeit finden.“

Auf die innere Stimme horchen – eine gute Strategie und echte Übungssache, um dann irgendwann zu bemerken, ob das Herz sein Ziel erreicht hat.

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