heimat: sprachsplitter 5

„Mein Atem heißt jetzt. “      (Rose Ausländer, deutsch-jüdische Lyrikerin des 20. Jahrhunderts)

Female swimmer at the swimming pool.Underwater photo.

Wie heißt du? Wie heiße ich?

Hier „heißt“ der Atem.

Atem ist immer persönlich, immer Bedingung fürs Menschsein, immer im Wechselspiel von ein- und aus, immer ein Spiegel des eigenen Tempos.

Wenn man schon den ganzen Tag, die ganze Woche und vielleicht das ganze Jahr im Blick hat. Wenn man kaum durch den Tag kommt, egal aus welchen Gründen.

Dann ist doch immer nur Jetzt.

Andererseits gerade auch nicht. Wir leben immer mit dem Vergangenen im Gepäck. Und planen und hoffen und sorgen uns um die Zukunft.

In die Vergangenheit und in die Zukunft geht man nie getrennt. Sagt Anselm Kiefer, einer der bekanntesten deutschen Künstler. Sie gehören zusammen.

Und geben dem Jetzt die entscheidende Tiefe, entreißen es der Banalität.

Ihnen allen wünsche ich für das gerade begonnene Jahr einen langen Atem, die Chance auf ein angemessenes Tempo und einen liebevoll-realistischen Blick auf das „Jetzt“.

Kommentar erwünscht

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s