Sprachsplitter „Heimat“

Heimat-vertraut und fremd.

Begleitend zur Ausstellung in der Citykirche Aachen vom 1.12.2015 bis 10.1.2016.

„trage mein Niemandsland in der Tasche“ (Rose Ausländer)

ausgesuchte Sprachsplitter

aus Gedichten deutschjüdischer Dichterinnen des 20. Jahrhunderts

in loser Folge

im Advent 2015

ausgesucht und kommentiert von Christiane Bongartz

Zur Ausstellung: Einladung Heimat

Zum Ort: Citykirche St. Nikolaus, Aachen

Und zur Einstimmung:  Onlinekatalog

Von Vertreibung, Flucht, Gewalt betroffen, als Expertinnen zum Thema Heimat und als Dichterinnen ihre Erfahrungen verdichtend im Wort, heute für uns.

Die Lyrikerin Else Lasker-Schüler wurde 1869 in Wuppertal-Elberfeld geboren. 1894 zog sie nach Berlin, wo sie ein radikales Künstlerleben begann. 1932 erhielt sie den Kleistpreis, 1933 war sie gezwungen, zunächst in die Schweiz und dann nach Palästina zu emigrieren.

In ihrer Auseinandersetzung mit Goethes Faust im Theaterstück „IchundIch“ bearbeitet sie den Konflikt zwischen der Ideologie Hitlers und dem Judentum.

Ihrer Religion stand sie kritisch gegenüber, lebte ihre Glaubensvorstellungen aber selbst spielerisch (sie verkleidete sich als Joseph aus dem Alten Testament) und in schwärmerischer Weise. Große Themen ihres Werkes sind die Liebe und das Leiden an der Sehnsucht nach einem allumfassenden Sinn. 1945 starb sie in Palästina und wurde am Ölberg begraben.